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Sanierungsleitfaden für Gründerzeithäuser

Die innerstädtischen Altbauten gehören derzeit zu den bevorzugtesten Immobilien. Besondere Aufmerksamkeit gebührte in den letzten Jahren den Gründerzeithäusern, die mit ihrem ganz eigenen Charakter immer mehr überzeugen konnten. Viele geschichtliche Gründerzeithäuser müssen für einen Neubau weichen. Doch warum diese stilvollen Häuser abreißen, wenn man sie auch einfach sanieren kann, ohne ihren Charme dabei zu verlieren?

Um Gründerzeithäuser richtig zu sanieren, muss man erst einmal die Ästhetik der Häuser der Jahrhundertwende verstehen. In der Zeit der Industrialisierung achtete man besonders auf die aufeinander abgestimmten Proportionen der Architektur. Es wurden Stilformen der früheren Epochen der Renaissance, aus der Gotik und aus der Zeit des Barocks als Vorlage genutzt. Anfang des 20. Jahrhunderts gewannen der Jugendstil und der sogenannte Heimatschutz-Stil mehr an Einfluss auf die Architektur.

Zwischen den Neubauten und einfach sanierten Reihenhäusern stechen die Gründerzeithäuser mit ihrer einzigartigen Außenfassade, die häufig auch dreigeteilt ist in Sockelzone, Mittelteil und Dachabschluss sofort ins Auge. Umso wichtiger ist es, deren ursprüngliche Schönheit zu bewahren. Typisch für Häuser aus der Zeit der Industrialisierung waren mehrflügelige Holzfenster als Einfach- oder Kastenfenster. Die profilierten Fensterrahmen mit unterschiedlichen Verdachungen sorgen für einen dekorativen Hingucker, dazu kommen die ebenso faszinierenden Erker, Balkone oder Loggien. Die Balkone, welche straßenseitig gebaut sind, besitzen oftmals geschickt geschmiedete Metallgitter. Im 19. Jahrhundert wurden die Häuser meistens in bräunlichen oder beigen Tonen gestrichen, später wurde eher zu Pastellfarben gegriffen. Die benachbarten Häuser wurden durch einen etwas anderen Farbton abgegrenzt.

Das Dach war meist mit roten Ziegelfassaden bestückt, die zur Straße geneigt waren. Manche Gründerzeitgebäude besitzen ein Türmchen oder Schmuckgiebel. Wenn man als Fußgänger an solch einem Gebäude vorbeiläuft, bemerkt man die kunstvollen Haustüren, die aus Holz bestehen. In den Hausfluren wurden Fliesen verlegt, die eine Terrazzo Optik besaßen. Ebenso stilvoll die wie Außenfassade sind die Wände und die Decken in den Fluren, denn sie sind reichlich mit Stuck ausgestattet.

Eins hatten alle Gründerzeithäuser gemeinsam: ein harmonisches, schönes Gesamtbild, denn ein aufeinander abgestimmtes geschichtsräpresentatives Stadtbild fördert das soziale Miteinander. Dass die Zeit die Gebäude nicht unversehrt gelassen hat, ist dennoch kein Geheimnis. Bei vielen Häusern aus der Jahrhundertwende ist dringend eine Modernisierung nötig. So schön wie die Immobilienschätze auch sind, so behutsam muss man auch mit ihnen umgehen. Deswegen empfehlen wir eine Sanierung, die den Gründerzeithäusern lediglich ihren Glanz wieder gibt.

Zum einen ist aus ästhetischen und städtebaulichen Gründen ein Wärmedämmverbundsystem für die Straßenfassade eines Gründerzeitgebäudes nicht sinnvoll. Das gilt vor allem dann, wenn die Fassadenverzierung noch erhalten ist. Ist die Stuckverzierung mit der Zeit verloren gegangen, sollte sie ergänzt werden. Optimal wäre es, wenn die Sockelzone mit einem Gesims oder eine Rustizierung abgesetzt wird. Gesimsbänder befinden sich normalerweise auch an der Basis des obersten Geschosses und besonders stark ausgeprägt am Dach. Falls Ihr Gebäude keinen Balkon besitzen sollte, sollten Sie auch keinen anbauen, um die Fassade zu schützen. Sollten Sie dennoch einen anbauen wollen, empfehlen wir, den Balkon hofseitig zu installieren.

Möchten Sie neue Fenster einbauen, könnten die dank einer profilierten Rahmung und einer Verdachung betont werden. Hier sollte auf die Optik im Stil der Doppelkastenfenster geachtet werden. Holzkastendoppelfenster weisen ausgezeichnete Wärmedämmwerte auf. Außerdem sollten Sie Fensterkreuze einbauen, wo immer es geht. Sind Schaufenster bei Ihnen vorhanden, sollten die Schaufenster und Haustüren eine etwas dunklere Farbe erhalten. Die Sockelzone kann sich ebenfalls durch einen dunkleren Ton absetzen. Differenzieren Sie die Gestaltung jedes Stockwerkes und vermeiden Sie kräftige und grelle Farben sowie Muster. Schlichte, helle Farben in bräunlichen Tönen bieten sich optimal an.

Wenn Sie das Dach erneuern wollen, sind sogenannte Doppelmuldenfalzziegel mit natur­ oder alt­ rotem Farbton ideal.

Mit diesen einfachen Mitteln gelingt es Ihnen, den Gründerzeithäusern eine zweite Chance zu geben.

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